ZAREKI-R
Rechnen in seine Bestandteile zerlegen.
Was bedeutet ZAREKI-R?
Der ZAREKI-R wird eingesetzt, wenn es um Schwierigkeiten beim Rechnen geht. Sein Ansatz: Rechnen ist nicht eine Fähigkeit, sondern viele. Der Test zerlegt es in einzelne Bausteine und schaut, welcher davon nicht trägt. Geprüft werden unter anderem das Zählen, das Lesen und Schreiben von Zahlen, das Einschätzen und Vergleichen von Mengen, das Kopfrechnen und das Verstehen von Textaufgaben.
Typische Merkmale
- Aufgaben zum Zählen und zur Zahlenreihe
- Zahlen lesen, schreiben und der Größe nach ordnen
- Mengen einschätzen und vergleichen
- Kopfrechnen
- Textaufgaben
- Einzeldurchführung
Wie wirkt sich das auf das Lernen aus?
Zwei Kinder scheitern an derselben Rechenaufgabe – und brauchen völlig Verschiedenes. Das eine hat keine sichere Vorstellung davon, wie viel eine Zahl eigentlich ist; für das andere sind die Mengen klar, aber es verwechselt beim Aufschreiben die Stellen. Wer nur sieht, dass beide falsch rechnen, fördert im Nebel. Genau deshalb ist ein Gesamtwert bei diesem Test die uninteressanteste Zahl im Befund. Die Aufschlüsselung sagt, wo angesetzt werden muss.
Wie können Eltern unterstützen?
- Frag nicht „wie schlecht war es“, sondern: Welcher Baustein fehlt?
- Daraus erklärt sich oft, warum Üben bisher wenig gebracht hat
- Achte auf den Hinweis „zählendes Rechnen“ – eine noch nicht abgeschlossene Stufe, kein Unwille
- Lass dir die einzelnen Bereiche erklären, nicht nur den Gesamtwert
Schule & Unterstützung
Für die Förderung in der Schule ist die Aufschlüsselung entscheidend: Sie sagt, ob am Mengenverständnis, am Stellenwert oder am Textverständnis gearbeitet werden muss. Das gehört in den Förderplan.
Häufige Fragen zu ZAREKI-R
Bedeutet ein auffälliges Ergebnis Dyskalkulie?
Nicht automatisch. Der Test ist ein Baustein. Zu einer Diagnose gehören mehrere Untersuchungen, die Vorgeschichte, Beobachtungen aus der Schule und der Ausschluss anderer Erklärungen – etwa längerer Fehlzeiten oder eines Methodenwechsels.
Mein Kind rechnet noch mit den Fingern. Soll ich das abgewöhnen?
Nicht durch Verbieten. Finger sind eine Hilfe, die ein Kind aufgibt, sobald es sie nicht mehr braucht. Wegnehmen, bevor die Vorstellung von Mengen steht, nimmt ihm die einzige Stütze. Der Weg führt über den Aufbau dieser Vorstellung, nicht über das Verbot.
Verwandte Begriffe
Quellen
- von Aster, M. u. a.: ZAREKI-R. Neuropsychologische Testbatterie für Zahlenverarbeitung und Rechnen bei Kindern, revidierte Fassung
- Hasselhorn, M. & Gold, A.: Pädagogische Psychologie. Erfolgreiches Lernen und Lehren
Diese Erklärung hilft dir, einen Befund zu verstehen. Was ein Ergebnis für dein Kind bedeutet, gehört in ein persönliches Gespräch.
Stand: August 2026
Autorin: Christine Grimm, ganzheitliche Lernexpertin – Lernen einfach erleben
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