Wahrnehmungsverarbeitung
Sinneseindrücke aufnehmen und sinnvoll einordnen.
Was bedeutet Wahrnehmungsverarbeitung?
Wahrnehmungsverarbeitung beschreibt, wie das Gehirn Sinneseindrücke aus Hören, Sehen, Bewegung, Körperwahrnehmung und anderen Bereichen aufnimmt, ordnet, interpretiert und weiterverarbeitet. Sie ist eine wichtige Grundlage dafür, dass Lernen überhaupt geordnet stattfinden kann.
Typische Merkmale
- Schwierigkeiten, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden
- Probleme beim Heraushören relevanter Informationen
- Unsicherheit beim Abschreiben
- Verwechslung ähnlicher Buchstaben oder Laute
- Schnelle Überforderung bei vielen Reizen
Wie wirkt sich das auf das Lernen aus?
Eine gut funktionierende Wahrnehmungsverarbeitung unterstützt das Erkennen von Lauten und Buchstaben, das Verarbeiten von Sprache, die Orientierung auf dem Blatt und die Konzentration.
Differenzierte Betrachtung
Wahrnehmungsverarbeitung kann verschiedene Bereiche betreffen:
- Auditive Wahrnehmung
- Visuelle Wahrnehmung
- Sensorische Integration
- Raum-Lage-Wahrnehmung
- Figur-Grund-Wahrnehmung
- Stress und Müdigkeit
- Frühkindliche Reflexe
Wie können Eltern unterstützen?
- Klare, übersichtliche Lernmaterialien
- Reduzierte Reizmenge
- Strukturierte Arbeitsabläufe
- Gezielte Förderung einzelner Wahrnehmungsbereiche
- Bewegung und Körperorientierung
- Genaue Beobachtung, wann Probleme besonders auftreten
Häufige Fragen zu Wahrnehmungsverarbeitung
Ist eine Wahrnehmungsverarbeitungsstörung eine Krankheit?
Nicht im klassischen Sinne. Schwierigkeiten in der Wahrnehmungsverarbeitung können verschiedene Ursachen haben und sollten ganzheitlich betrachtet werden.
Kann die Wahrnehmungsverarbeitung gefördert werden?
Ja, durch gezielte Übungen, passende Lernmaterialien und professionelle Unterstützung können Verbesserungen erzielt werden.
Verwandte Begriffe
- Auditive Wahrnehmungsstörung
- Visuelle Wahrnehmungsstörung
- Sensorische Integration
- Figur-Grund-Wahrnehmung
- Raum-Lage-Wahrnehmung
- LRS
- Dyskalkulie
- Frühkindliche Reflexe
Quellen
- Ayres, A. J. (2002). Bausteine der kindlichen Entwicklung
- Ingenkamp, K. & Lissmann, U. (2008). Lehrbuch der Pädagogischen Diagnostik
Autorin: Christine Grimm, ganzheitliche Lernexpertin – Lernen einfach erleben
Dir ist ein Fehler aufgefallen oder hat sich in deinem Bundesland etwas geändert? Schreib mir gern.