Förderplan
Individuell abgestimmte Unterstützung planen und begleiten.
Was bedeutet Förderplan?
Ein Förderplan ist ein individuell erstellter Plan, der beschreibt, welche Unterstützung ein Kind benötigt und wie diese umgesetzt werden soll. Erstellt wird er von der Schule, in der Regel federführend von der Klassen- oder Fachlehrkraft, in Abstimmung mit den Eltern und gegebenenfalls weiteren Fachkräften. Eltern haben ein Recht darauf, einbezogen und informiert zu werden – verantwortlich für den Plan ist aber die Schule. Ziel ist es, passende Maßnahmen für die individuelle Lernentwicklung zu planen und Fortschritte sichtbar zu machen.
Typische Merkmale
- Beschreibung der individuellen Lernvoraussetzungen
- Formulierung konkreter Förderziele
- Festlegung passender Maßnahmen
- Regelmäßige Überprüfung und Anpassung
- Zusammenarbeit von Schule, Eltern und Fachkräften
- Dokumentation von Lernfortschritten
Wie wirkt sich das auf das Lernen aus?
Ein gut erstellter Förderplan kann dazu beitragen, dass Kinder gezielt und ohne Überforderung unterstützt werden. Er gibt Lehrkräften und Eltern Orientierung, macht Fortschritte sichtbar und kann Motivation und Selbstvertrauen stärken. Ohne Förderplan besteht die Gefahr, dass Unterstützung unsystematisch erfolgt oder wichtige Bereiche übersehen werden.
Differenzierte Betrachtung
Ein wirksamer Förderplan berücksichtigt verschiedene Aspekte des Lernens:
- Kognitive Fähigkeiten und Lernstrategien
- Emotionale Faktoren wie Motivation und Selbstwirksamkeit
- Wahrnehmungsverarbeitung
- Lernumgebung und Rahmenbedingungen
- Individuelle Stärken und Interessen
- Soziale Einbindung
Ein guter Förderplan ist kein starres Dokument, sondern wird regelmäßig an die Entwicklung des Kindes angepasst.
Unterschied der Begriffe
Förderplan und Nachteilsausgleich
Ein Förderplan beschreibt inhaltliche und methodische Unterstützung. Ein Nachteilsausgleich passt dagegen die Rahmenbedingungen bei Prüfungen an, ohne die inhaltlichen Anforderungen zu verändern.
Förderplan und Förderdiagnostik
Die Förderdiagnostik bildet die Grundlage für den Förderplan, indem sie individuelle Stärken und Unterstützungsbedarfe erkennt. Der Förderplan setzt die daraus abgeleiteten Maßnahmen um.
Wie können Eltern unterstützen?
- Klare und erreichbare Förderziele formulieren
- Stärken des Kindes einbeziehen
- Regelmäßige Überprüfung und Anpassung
- Eltern aktiv einbinden
- Kleine Schritte und sichtbare Fortschritte planen
- Zusammenarbeit aller Beteiligten sicherstellen
Häufige Fragen zu Förderplan
Wer erstellt einen Förderplan?
Erstellt wird er von der Schule, in der Regel federführend von der Klassen- oder Fachlehrkraft, in Abstimmung mit den Eltern und gegebenenfalls weiteren Fachkräften. Eltern haben ein Recht darauf, einbezogen und informiert zu werden – verantwortlich für den Plan ist aber die Schule.
Wie oft wird ein Förderplan überprüft?
Wie oft ein Förderplan überprüft wird, richtet sich nach dem Landesrecht und der einzelnen Schule – häufig einmal pro Schulhalbjahr. Eine bundesweit einheitliche Vorgabe gibt es nicht.
Ist ein Förderplan verpflichtend?
In den meisten Bundesländern ja, sobald ein Unterstützungsbedarf festgestellt wurde – und zwar nicht nur bei sonderpädagogischem Förderbedarf, sondern auch bei Schwierigkeiten im Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen. Nordrhein-Westfalen ist hier die Ausnahme: Dort ist ein Förderplan nur bei sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf vorgeschrieben. Frag in der Schule danach – und nach dem Begriff, der in deinem Bundesland üblich ist.
Verwandte Begriffe
- Förderdiagnostik
- § 35a SGB VIII
- Nachteilsausgleich
- Notenschutz
- Zeugnisvermerk
- Inklusion
- Lernprofil
- Sonderpädagogischer Förderbedarf
- Sonderpädagogisches Gutachten
- Binnendifferenzierung
- Förderdiagnostischer Bericht
Quellen
- Kultusministerkonferenz: Grundsätze zur Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben oder im Rechnen. Beschluss vom 4. Dezember 2003 in der Fassung vom 15. November 2007
- Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen: Besondere Schwierigkeiten beim Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen. Handreichung zur VOGSV, 3. Auflage, Wiesbaden 2025
- Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg: Gleiche Chancen für alle – Nachteilsausgleich für Schülerinnen und Schüler im Land Brandenburg. Ludwigsfelde-Struveshof 2022
- Hasselhorn, M. & Gold, A.: Pädagogische Psychologie. Erfolgreiches Lernen und Lehren
Diese Erklärung hilft dir, die richtige Frage zu stellen. Sie ersetzt keine Rechtsberatung und keine Auskunft deiner Schule – und sie kann nicht wissen, was für dein Kind konkret gilt.
Stand: August 2026
Autorin: Christine Grimm, ganzheitliche Lernexpertin – Lernen einfach erleben
Dir ist ein Fehler aufgefallen oder hat sich in deinem Bundesland etwas geändert? Schreib mir gern.